Historische Bergsteigerkleidung

Gut gewandet in den Bergen unterwegs

Historische Bergsteigerkleidung

Heute wie früher am wichtigsten: das passende Schuhwerk! © Rainer Sturm/pixelio.de

Um 1835 erschien in einem Ratgeber für Bergsteigerkleidung hierzu der folgende Tipp:

„Man thut gut, zu der Hose einen ziemlich dicken Wollstoff zu verwenden, der zur Erhöhung seiner Festigkeit mit etwas Baumwolle untermischt ist. Für Felsklettereien ist es ganz praktisch, Knie und Gesäß mit Leder besetzen zu lassen.“

 

Spezielle Alpin-Kleidung, die sich im Grunde genommen nur in groben Ansätzen mit unserer modernen Funktionskleidung vergleichen lässt, trugen Bergsteiger erst ab den späten 1880er-Jahren. Zwischen 1850 bis 1870 galt für Bergsteigerkleidung vielmehr das Motto: je schlichter, desto besser. Es muss demnach nicht verwundern, dass sich daraus eine regelrechte „Berggammler“-Kultur ergab. Mit anderen Worten: In Wolljankern und Lodenhosen ging es überall in der Alpenregion den Berg hinauf.

 

Sänger Pauli Wetheimer erwähnte in einem seiner Lieder hingegen mit einem Augenzwinkern:

„Wozu reine Socken tragen, und ein Hemd mit frischem Kragen? Fort mit Wasser und Frisur, ich verachte die Kultur!“

Bergsteigerkleidung rückt seit Ende des 19. Jahrhunderts in den Fokus

Klettern und Bergsteigen entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Massensport. Mit zunehmender Kundschaft wurde dementsprechend auch die Kleidungsindustrie erfinderisch. Textilhändler wie der Brite „Burberry“ entdeckten das Potenzial neuer Kunden für sich. Sie entwickelten wind- und wetterbeständige Bergsteigerkleidung für Ladies und Gentlemen, wie beispielsweise das „Burberry-Proof Climbing Kit“ von 1900. Hergestellt wurden die Einzelteile in kleinen Betrieben. So konnte man zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts das Seidentuch in der Seidenband-Fabrik von Karl Knoblauch in der Poststraße 23 in Berlin bestellen.

 

Unsere Klettertour hingegen orientiert sich zurück in die Mitte des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Wir reisen in eine Epoche, in der das Erklimmen unbekannter Gipfelhöhen mit Schneeschuhen, langem Eispickel und genagelten Kletterstiefeln Entbehrung bedeutete.

 

Um dem geneigten Leser eine kurze Übersicht darüber zu geben, wie man sich für alpine Bergabenteuer bei „Yesterways Zeitreisen“ rüstet, folgt eine kleine Checkliste zur Bergsteigerkleidung:

  • Haube
  • Mütze
  • Schneebrille
  • Woll-Janker oder Lederjacke
  • Flanellhemd
  • ein Paar dicke Wollhandschuhe und darunter dünne Baumwollfäustlinge
  • Lodenhose
  • Weißware aus Leinen
  • Seidentuch zum Umwickeln der bestrumpften Beine
  • zwei Paar Wollsocken
  • Nietenstiefel
  • strapazierfähiger Leinenrucksack

Am wichtigsten ist es darauf zu achten, dass der Körper von der äußeren Schicht möglichst vollständig verdeckt wird und man der Kälte keine Angriffsfläche bietet. Das heißt, die Jacke sollte wichtige Organe wie die Nieren schützen, selbst wenn man die Arme hochhebt (um beispielsweise den Eispickel zu benutzen oder nach dem Seil zu greifen). Wer bei unseren Alpinreisen mitmacht, dem raten wir außerdem dazu ein umfassendes Zwiebelsystem wie sie einst Mallory bei der Erstbesteigung des Mount Everest trug, denn so trotzt man der winterlichen Natur in historischer Bergsteigerkleidung am besten.

 

Ein wichtiger Teil der Ausrüstung (Klettergurt, Steigeisen, Seil, Karabiner, Schnüre, Schrauben) entspricht aus Sicherheitsgründen modernen Standards und wird von unserem Kletterexperten geliefert. Wir beraten Sie allerdings gerne, was bei der historischen Bergsteigerkleidung beachtet werden muss und welcher Leihkostümverleih für Sie in Frage kommt.